Berner Viszeral Chirurgie

Hepato­pan­kre­atikobiliär

Das Gebiet der hepato-pankreato-biliären Erkrankungen umfasst Erkrankungen der Leber, der Gallenwege sowie des Pankreas (Bauchspeicheldrüse). Das Pankreas übernimmt in unserem Körper grundsätzlich zwei wichtige Funktionen. Zum einen bildet es lebenswichtige Enzyme, welche zur regelrechten Verdauung notwendig sind. Zum anderen regelt es durch die Ausschüttung von Insulin und Glucagon den Blutzuckerhaushalt. Erkrankungen des Pankreas resp. deren Behandlung gehören nebst anderen Eingriffen zur sogenannten hochspezialisierten Medizin. Für detaillierte Informationen über das Organ, ihre Funktionen sowie Erkrankungen und Therapien verweisen wir Sie gerne auf unsere separate Webseite.

Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers und erfüllt essenzielle Funktionen wie beispielsweise die Entgiftung, die Produktion lebenswichtiger Proteine und die Regulierung des Fettstoffwechsels. Gemeinsam mit dem Gallengangsystem, das für den Transport der Galle zur Fettverdauung verantwortlich ist, umfasst sie das hepatobiliäre System. Erkrankungen dieses Systems können erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben und bedürfen einer spezialisierten Diagnostik und Behandlung.

Wichtige und häufige hepatobiliäre Erkrankungen und ihre Behandlung

  • Leberzirrhose und chronische Lebererkrankungen
  • Lebertumore (gutartig und bösartig)
  • Gallensteine und Gallengangserkrankungen

BVC Hepatobilar DE

Leberzirrhose und chronische Lebererkrankungen

Chronische Lebererkrankungen entstehen aufgrund verschiedener Ursachen wie Virusinfektionen (Hepatitiden), stoffwechselbedingte Erkrankungen (beispielsweise Fettlebererkrankungen, Eisen- oder Kupferspeichererkrankungen) oder als Folge chronischen Alkoholmissbrauchs. Diese können langfristig zu einer Leberzirrhose führen, bei der das gesunde Gewebe der Leber durch narbiges Gewebe ersetzt wird. Dadurch wird die Entgiftungs- und Stoffwechselfunktion der Leber beeinträchtigt, was schliesslich zu schwerwiegenden Komplikationen wie Leberkrebs oder Leberversagen führen kann.

Therapie:

Die Behandlung der chronischen Lebererkrankungen richtet sich nach der Ursache. So werden bei Virushepatitiden unter anderem antivirale Medikamente eingesetzt, während bei Fettlebererkrankungen meist Ernährungsumstellungen und körperliche Aktivität empfohlen werden. Bei einer fortgeschrittenen Zirrhose kann eine Lebertransplantation notwendig werden.

Lebertumore (gutartig und bösartig)

Gutartige Lebertumore wie Leberzysten, Hämangiome oder fokale noduläre Hyperplasien (FNH) bleiben oft symptomlos und bedürfen meist keiner Behandlung. Adenome können in seltenen Fällen entarten und müssen dann entfernt werden. Zu den bösartigen Lebertumoren gehören das hepatozelluläre Karzinom (HCC), Lebermetastasen und diverse weitere, eher seltene, Erkrankungen (Hepatoblastom etc.).

Therapie:

Die Behandlung der Tumoren hängt neben der Dignität (gutartig vs. bösartig) oft vom damit verbunden Einfluss auf die Leberfunktion und der klinischen Symptome ab. So stehen neben chirurgischen Resektionen auch minimal invasive Verfahren wie Ablationen oder Embolisationen zur Verfügung. Teilweise können die Tumore auch ausschliesslich medikamentös behandelt werden.

Gallensteine und Gallengangserkrankungen

Gallensteine sind die häufigsten Erkrankungen im Gallengangsystem und bestehen meist aus Cholesterin oder Bilirubin. Es verursachen bei weitem nicht alle Gallensteine Symptome. Werden sie jedoch symptomatisch , kann es zu schmerzhaften Gallenkoliken, Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis) oder gar zu einer Verlegung der Gallengänge kommen. Im Weiteren können auch entzündliche oder tumoröse Erkrankungen der Gallengänge (z. B. das Cholangiokarzinom) erhebliche Beschwerden verursachen.

Therapie:

Symptomatische Gallensteine werden meist durch eine laparoskopische Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) behandelt. Bei Gallengangserkrankungen kann eine endoskopische Entfernung von Steinen (ERC) oder eine operative Therapie erforderlich sein. Cholangiokarzinome verlangen in der Regel eine komplexe chirurgische Resektion und/oder eine kombinierte onkologische Systemtherapie.

Diagnostische Verfahren

Eine präzise Diagnostik ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung hepatobiliärer Erkrankungen. Zu den wichtigsten Untersuchungen gehören:

  • Ultraschall (Sonographie) und Kontrastmittelsonographie
  • Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) zur detaillierten Darstellung von Leber und Gallengängen
  • Endoskopische Verfahren (ERC) zur Diagnostik und Therapie von Gallengangserkrankungen
  • Laboranalysen und Leberfunktionstests zur Ermittlung von Organfunktionen