Hernien
Hernien (Brüche) entstehen durch eine Schwachstelle oder Lücke typischerweise in der Bauchwand oder dem Zwerchfell, durch die sich Gewebe vorwölben kann. Dies kann zu Schmerzen und in seltenen Fällen zu Einklemmungen führen. Ob eine Behandlung im Sinne einer Operation notwendig wird, ist abhängig von den Beschwerden der Patientin / des Patienten. Auch grosse Bruchlücken können symptomlos verlaufen.
Wichtige Hernienarten und ihre Behandlung
- Leistenbruch
- Nabelbruch (Umbilikalhernie)
- Narbenbruch
- Zwerchfellbruch
Leistenbruch (Leistenhernie)
Der Leistenbruch ist die häufigste Art der Hernien und tritt gehäuft bei Männern auf. In der Regel wird bei der Leiste zwischen einem direkten und indirekten Bruch sowie einem Schenkelbruch unterschieden. Symptome sind Schmerzen und eine sichtbare Vorwölbung in der Leistengegend.
Therapie:
Die Therapie der Wahl ist die operative Versorgung. Diese erfolgt in der Regel minimal-invasiv (laparoskopisch, robotisch) oder in ausgewählten Fällen offen. Je nach Methode wird ein Kunststoffnetz zur Stabilisierung eingelegt. Alternativ kann in ausgewählten Fällen auch eine alleinige Naht des Bruchs ausreichen.
Nabelbruch/Nabelhernie (Umbilikalhernie)
Der Nabelbruch entsteht durch eine Schwäche der Bauchwand im Bereich des Nabels. Er kann angeboren oder erworben sein und zu Schmerzen oder Beschwerden wie beispielsweise einer verminderten Bauchwandstabilität führen.
Therapie:
Auch hier ist die Therapie der Wahl die Chirurgie. Kleinere Brüche können direkt mit einer Naht verschlossen werden, grössere Defekte werden mit einem Netz zusätzlich verstärkt. Dabei kann das Netz in unterschiedlichen Stellen (Schichten) in der Bauchwand platziert werden.
Narbenbruch/Narbenhernie
Narbenhernien treten nach vorangegangenen Bauchoperationen auf und können sich als grosse Defekte in der Bauchwand zeigen.
Therapie:
Die Versorgung erfolgt meist mit einer Netzverstärkung, um die Stabilität der Bauchwand zu gewährleisten. Das Netz wird je nach Hernienart und Lokalisation an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Schichten der Bauchwand implantiert.
Zwerchfellbruch/Zwerchfellhernie (Hiatushernie)
Der Zwerchfellbruch entsteht durch eine Schwachstelle im Bereich des Überganges vom Brustkorb zum Bauchraum. Hierbei wird in der Regel zwischen einer axialen und einer paraösophagealen Hernie unterschieden. Axialen Hernien verursachen in der Regel Refluxbeschwerden, paraösophageale Hernien charakterisieren sich mehrheitlich durch Schmerzen und Schluckbeschwerden.
Therapie:
Während kleinere asymptomatische axiale Hiatushernien nicht zwingend behandlungsbedürftig sind, werden symptomatische und/oder grössere Hernien wie auch paraösophageale Hernien operativ korrigiert. Diese Eingriffe finden in aller Regel minimal-invasiv (laparoskopisch) statt.
Diagnostische Verfahren
In der Diagnostik dieser Erkrankungen kommt in der Regel die Sonografie oder die Computertomographie zum Einsatz. Insbesondere bei den Zwerchfellhernien kann eine Untersuchung der Magen-Darm- Passage mit Kontrastmittel und/oder Gastroskopie von grossem Nutzen sein.